Die Reiselust ist endgültig zurück: Rund zwei Jahre nach Ende der Corona-Pandemie klettern die weltweiten Passagierzahlen auf neue Rekordwerte, die Flüge sind stärker ausgelastet denn je und 2026 wollen viele Menschen sogar noch häufiger verreisen.
Das bedeutet auch ein gutes Jahr für die Fluggesellschaften. Nach aktuellen Prognosen der International Air Transport Association (IATA) werden diese 2025 einen Gewinn von etwa 37 Milliarden US-Dollar einfahren. Pro Fluggast machen die Airlines durchschnittlich 7 US-Dollar Gewinn.
Gleichzeitig steigen die Kosten weiter an, etwa durch hohe Treibstoffpreise, steigende Personalkosten, teurere Wartung sowie hohe Zinsen und Leasingraten. Während etablierte Fluggesellschaften von der hohen Nachfrage profitieren, geraten vor allem kleinere Anbieter und finanziell angeschlagene Airlines unter Druck. 2025 mussten einige den Betrieb einstellen – wir geben eine Übersicht.
In Europa mussten 2025 einige Airlines aufgeben. Die belgische Fluggesellschaft Air Belgium, die bereits seit mehreren Jahren mit finanziellen Problemen kämpfte, wurde im April 2025 endgültig für insolvent erklärt. Dabei konnten etwa 8 Millionen Euro an Ticketkosten nicht zurückgezahlt werden.
Die schwedische Fluggesellschaft Braathens International Airways meldete ebenfalls Konkurs an, bereits zum zweiten Mal in zwei Jahren. Der Flugbetrieb wurde abrupt eingestellt. Auch die isländische Low-Cost-Airline Play Airlines geriet massiv unter Druck und musste den Flugbetrieb stoppen. Im Januar hat die bulgarische Gesellschaft Jet Sky Airways nach nur vier Jahren die Segel gestrichen, ihre Website eingestellt und ihre zwei Flugzeuge verkauft. Zuvor wurden unter anderem Stuttgart und Düsseldorf angeflogen.
Im Dezember 2025 hat es nun auch Air Albania getroffen. Rund sieben Jahre nach ihrer Gründung hat die albanische Nationalfluglinie den Betrieb eingestellt. Zuletzt war die Airline nur noch mit einem geleasten Flugzeug unterwegs und bediente die Strecken nach Mailand und Istanbul. Nachdem Gesellschafter Turkish Airlines seine 49-prozentige Beteiligung am Unternehmen verkauft hatte, gehört die Airline jetzt der Vergangenheit an.
Die lettische Charter-Gesellschaft SmartLynx Airlines hat im November 2025 nach mehr als drei Jahrzehnten den Betrieb eingestellt. Trotz Restrukturierungsversuchen konnte die Airline ihre finanziellen Probleme nicht lösen, sodass alle Flüge endgültig gestrichen wurden. Auch die rumänische Billigfluglinie Bees Airlines musste 2025 den Flugbetrieb einstellen. Wegen niedriger Passagierzahlen und finanzieller Schwierigkeiten entzog die Luftfahrtbehörde der Airline im Januar ihr Zertifikat.
In Großbritannien ist Eastern Airways nach 28 Jahren in ein Insolvenzverfahren gegangen. Ende Oktober wurde der Flugverkehr eingestellt, wodurch zahlreiche Regionalverbindungen wegfielen. Eine Wiederaufnahme der Flüge gilt als unwahrscheinlich.
Obendrein hat im November die britische Regionalairline Blue Islands nach 26 Jahren überraschend ihren Betrieb eingestellt. Für die über 150.000 Einwohner von Jersey und Guernsey fällt damit die wichtigste Verbindung zum britischen Festland weg. Die Konkurrenten Loganair und Aurigny wollen die Strecken nun übernehmen.
In Nordamerika traf es unter anderem die Fluggesellschaft Ravn Alaska, die nach mehreren Restrukturierungsversuchen im Sommer 2025 den Betrieb endgültig einstellte. Ebenfalls vom Markt verschwand Verijet, ein auf Geschäftsreisende spezialisierter Anbieter aus Florida, der im Herbst Insolvenz anmeldete und alle Flüge stoppte. Auch die kleine Chartergesellschaft Kachina Air geriet in eine finanzielle Schieflage und versucht aktuell, sich neu aufzustellen.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte Spirit Airlines, einer der bekanntesten Billigflieger der USA, der 2025 erneut Insolvenzschutz beantragte. Die Airline hat den Flugplan mittlerweile stark gekürzt, fliegt aber weiterhin Ziele in den USA, der Karibik und Lateinamerika an.
Silver Airways, die Regionalairline aus Florida, hat den Flugbetrieb im Juni eingestellt. Silver Airways war bereits Ende 2024 in die Insolvenz gegangen. Seitdem hatte die Airline mit erheblichen Problemen zu kämpfen: Zahlreiche Flüge mussten aufgrund technischer Störungen gestrichen werden, wodurch ein weiterer Verlust von über einer Million US-Dollar entstand.
Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air hat ihren Flugbetrieb in Abu Dhabi im September 2025 eingestellt. Als Gründe nannte die Airline ein schwieriges Betriebsumfeld durch Hitze, Sand und Luftraumsperrungen. Stattdessen will sich Wizz Air künftig auf seinen Kernmarkt in Mittel- und Osteuropa konzentrieren.
Im April 2025 hat die honduranische Fluggesellschaft Línea Aérea Nacional de Honduras (Lanhsa) den Betrieb eingestellt. Auslöser war der Absturz eines Lanhsa-Flugs im März, der das Unternehmen schwer erschütterte.
Ähnlich erging es der brasilianischen Regionalfluggesellschaft Voepass Linhas Aéreas: Im August 2024 stürzte eine Voepass-Maschine ab, 62 Menschen starben. Bei den anschließenden Untersuchungen wurden erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt. Im Juni 2025 entzog die brasilianische Luftfahrtbehörde Voepass die Lizenz, womit die Airline ihren Betrieb endgültig einstellen musste.
Auch schon in 2024 haben reihenweise Airlines den Betrieb eingestellt, darunter eine deutsche: die Rhein-Neckar Air GmbH (RNA), die Geschäftsreisen vom Mannheimer City Airport nach Berlin und Hamburg durchführen wollte. Fast genau 50 Jahre nach ihrem Erstflug hat auch Air Malta ihren Betrieb eingestellt. Doch für Nachfolge war schnell gesorgt: KM Malta Airlines heißt die neue staatliche Fluglinie, die nur wenige Tage nach der Pleite an den Start ging.
Ebenfalls getroffen hat es die 2014 gegründete griechische Fluggesellschaft Olympus Airways, die Charterflüge zwischen Griechenland und Deutschland sowie auf die Kanarischen Inseln angeboten hat. Bei einer der ältesten noch operierenden Fluglinien, CSA (Czech Airlines) ist der Flugbetrieb 2024 ebenfalls eingestellt worden.
Stillgelegt wurde auch die isländische Eagle Air, die nationale Linien-, Rund- und Charterflüge im Angebot hatte. Zehn Jahre nach dem Start hat auch Ägyptens erste Billigfluglinie, Fly Egypt, den Dienst quittiert. In Konkurs gegangen sind auch die kanadischen Billigfluggesellschaften Canada Jetlines und Lynx Air.
In Australien mussten Rex (Regional Express Holdings) sowie die Low-Cost-Airline Bonza bereits 2024 den Betrieb einstellen. Im Karibik-Raum haben Jet Air und die seit Jahren schwächelnde Fluglinie LIAT aufgegeben. Die kambodschanische Fluglinie Lanmei Airlines musste ebenfalls ihren Betrieb einstellen. Auch Air Vanuatu, die einzige nationale Fluglinie des kleinen Inselstaats Vanuatu, musste die Segel streichen.
Wenn eine Airline insolvent ist und keine Flüge mehr anbietet sowie keine Ersatzflüge organisieren kann, haben Reisende, die eine Pauschalreise gebucht haben, einen Vorteil gegenüber Individualreisenden. Denn in diesem Fall muss der Anbieter die Urlauberinnen und Urlauber kostenlos auf einen anderen Flug umbuchen und auch zusätzliche Kosten übernehmen.
Für Reisende, die ihren Flug separat gebucht haben, gestaltet sich die Situation oft schwieriger. Sie müssen ihre Ansprüche selbst beim Insolvenzverwalter geltend machen und die Kosten für Ersatzflüge zunächst selbst tragen. Dass diese Kosten im Insolvenzverfahren berücksichtigt werden, ist jedoch nicht garantiert.
Wenn die Flüge noch storniert werden können, ist das eine Möglichkeit für Betroffene, ihr Geld wiederzubekommen. Allerdings weist die Verbraucherzentrale Niedersachsen darauf hin, dass diese Summe unter Umständen vom Insolvenzverwalter zurückgefordert werden könne, wenn das Ticket zur Insolvenzmasse der Airline gezählt wird.
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2025-12-15T14:00:24Z