CAMPING - DAS SIND AKTUELL DIE TRENDS BEIM WOHNMOBIL-URLAUB

Laut einer Umfrage wird Schottland in den nächsten zehn Jahren zu den beliebtesten Reisezielen bei Wohnmobilurlaubern werden

Urlaub im Wohnmobil boomt. Laut Caravaning Industrie Verband ist die Zahl der Reisemobile allein in Deutschland von 2016 bis 2022 um 86 Prozent gestiegen, 2023 wurden bundesweit mehr als 838.000 Wohnmobile gezählt. Und der Trend setzt sich fort: Im ersten Quartal 2024 wurden in Deutschland 19.805 neue Reisemobile zugelassen, 7,2 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres, meldet die European Caravan Federation (ECF).

Damit liegt die Bundesrepublik sogar noch über dem Gesamtzuwachs für Europa, den die ECF im Schnitt mit 6,4 Prozent beziffert. Die Länder mit dem größten Neuzulassungsplus an Wohnmobilen sind 2024 bisher Großbritannien (plus 20,2 Prozent), Finnland und Italien (beide plus 17,3 Prozent). Trotzdem entfällt fast die Hälfte aller Neuzulassungen europaweit auf Deutschland.

Wohin geht die Campingreise 2024?

Da gehen die Prognosen auseinander: Kroatien, Deutschland und Italien sind wie im Vorjahr besonders beliebt, meldet das ADAC-Campingportal Pincamp. Hierzulande stehen demnach Campingplätze an Nord- und Ostsee sowie am Bodensee, im Schwarzwald und in den Alpen hoch im Kurs.

Allerdings wirkt sich auch der Klimawandel aus. Laut einer Umfrage der Wohnmobil-Sharing-Plattform Goboony unter 6000 europäischen Wohnmobilisten erwägt fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent), heiße Ziele – etwa am Mittelmeer – zu meiden und statt in der Hochsaison mit ihren hohen Temperaturen lieber in der kühleren Nebensaison zu verreisen.

Auf die Frage, welches Land in den nächsten zehn Jahren mit Blick auf die steigenden Temperaturen am ehesten an Beliebtheit gewinnen wird, wird Schweden am häufigsten genannt, Schottland landet auf dem zweiten Platz. Das deckt sich mit einer ADAC-Prognose für 2024: „Vor allem die Nachfrage für Schweden steigt rasant an“, sagt Pincamp-Geschäftsführer Uwe Frers.

Was muss mit im Wohnmobil-Urlaub?

Interessant ist die Liste unverzichtbarer Reiseutensilien von Wohnmobilurlaubern, nach der Goboony gefragt hat. Ergebnis: Küchenzubehör ist besonders wichtig. So schwören deutsche Camper auf Wasserkocher (mit 19 Prozent meistgenannter Gegenstand), während Niederländer ungern ohne Käsehobel reisen (13 Prozent). Belgier legen vor allem Wert auf ein gutes Topfset an Bord (13 Prozent), während für 19 Prozent der Italiener und 17 Prozent der Franzosen eine Knoblauchpresse ein Must-have im Wohnmobil ist.

Das Reisemobil beherbergt allerdings auch sehr persönliche Gegenstände, nämlich Sextoys und Bibeln. Im europäischen Durchschnitt finden sich in zehn Prozent der Wohnmobile Sexspielzeuge. Am häufigsten bei den Briten (13 Prozent), am seltensten bei den Niederländern (sieben Prozent).

Bibeln stehen dagegen nur selten auf der Packliste. Am häufigsten findet man sie in Wohnmobilen von Italienern und Niederländern (je fünf Prozent). Am niedrigsten ist die Bibelquote bei Belgiern und Briten mit jeweils gerade mal einem Prozent.

Welche Wohnmobile sind am beliebtesten?

Besonders gefragt sind laut ADAC kompakte Modelle. Inzwischen gehörten mehr als die Hälfte aller Wohnmobil-Neuzulassungen zur Campervan- und Kastenwagen-Klasse, gesucht seien vor allem Fahrzeuge, die alltagstauglich sind und trotzdem alles für den Urlaub an Bord haben. Die meisten Wohnmobile sind weiterhin Dieselfahrzeuge.

Noch gebe es keinen deutlichen Aufschwung bei Wohnmobilen mit E-Antrieb, sagt ADAC-Campingexperte Martin Zöllner, da sie noch nicht zu den Bedürfnissen der Camper passten. Die Reichweite sei zu gering, viele Wohnmobilisten wollten unterwegs nicht ständig Ladestopps einplanen.

Wie entwickeln sich die Stellplatzpreise?

Im Vergleich der elf wichtigsten europäischen Campingurlaubsländer steigen die Campingpreise für Plätze mit drei oder mehr Sternen (nach ADAC-Klassifikation) in der Hochsaison 2024 deutlich, und zwar im Schnitt um 14 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Pincamp: Eine dreiköpfige Camperfamilie zahlt demnach in der Sommersaison durchschnittlich 52 Euro (2023: 45 Euro) für eine Campingplatz-Übernachtung – inklusive Standplatz für ein Wohnmobil oder einen Caravan mit Zugfahrzeug.

Erstmals ist Deutschland mit 38 Euro pro Übernachtung das günstigste Campingland, gefolgt von Schweden (39 Euro), Dänemark und Frankreich (je 48 Euro). Am teuersten sind, wie in den Vorjahren, die Schweiz (56 Euro), Italien (63 Euro) und Kroatien (65 Euro).

In Deutschland ist Camping- und Wohnmobil-Urlaub 2024 laut Pincamp am günstigsten in Thüringen (33 Euro) und Sachsen-Anhalt (35 Euro). Brandenburg ist mit gut 42 Euro das teuerste Reiseziel für Campingurlauber, noch vor Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 42 Euro pro Übernachtung, gefolgt von Baden-Württemberg (41 Euro), Bayern und Rheinland-Pfalz (je 40 Euro).

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2024-07-10T05:37:20Z dg43tfdfdgfd